Luftdichtheitsprüfung 2018-01-02T16:26:10+00:00

Luftdichtheitsprüfung

Die Luftdichtheitsprüfung wird von Sachverständigen der DEKRA durchgeführt und sorgt dafür, dass in der Gebäudehülle alle maßgeblichen Stellen dicht sind. Das ist wichtig, um Baumängel in der wärmeübertragenden Gebäudehülle frühzeitig erkennen und beheben zu können.

Laut der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung ist der Nachweis der Luftdichtheit im gesamten Gebäude erforderlich. Das dient auch als nachweislicher Beleg für eine Förderung bei der KfW. Nach Abschluss der genannten Bauvorhaben ist eine jeweilige Vor-Ort-Begehung empfehlenswert.

Man unterscheidet die Luftdichtheitsprüfung, die noch während der Bauphase durchgeführt wird (Verfahren B) und die Luftdichtheitsprüfung, die nach Fertigstellung aller Bauarbeiten erfolgt (Verfahren A).

 

Wie läuft die Prüfung nun genau ab?

Nachdem ein schriftlicher Auftrag erfolgt ist, findet die eigentliche Vorortprüfung statt. Hierfür wird ein Ventilator in die Öffnung der Eingang- oder Balkontür eingebaut, der zum Nachweis der Luftdichtheit des Gebäudes dient. Diese sogenannte Leckageortung signalisiert durch eine Druckdifferenz etwaige Durchlässigkeiten in der Gebäudehülle.

 

Welche Prüfvoraussetzungen gibt es?

Nach Verfahren B der Luftdichtheitsprüfung muss das Gebäude nach folgenden Kriterien vorbereitet sein:

  • Das Dach muss eingedeckt bzw. abgedichtet sein
  • Die Fenster und Außentüren müssen eingebaut und abgedichtet sein
  • Der Putz muss auf den Innenwandflächen angebracht sein
  • Es darf noch kein Estrich vorhanden sein
  • Die Dampfsperre muss eingebaut und vollständig abgedichtet sein
  • Es darf noch keine raumseitige Verkleidung der Dachflächen geben
  • Die luftdichtenden Anschlüsse verschiedener Bauteile müssen bereits hergestellt sein.

Zudem gibt es noch weitere Standards, die durch den Bauherren/Auftraggeber sicherzustellen sind. Welche genau das sind, lesen Sie in unserem PDF nach.

Nach Verfahren A der Luftdichtheitsprüfung muss das Gebäude bereits im Nutzungszustand sein, das bedeutet, dass alle Arbeiten fertiggestellt sein müssen. Es dürfen keine weiteren Maßnahmen zur Verbesserung der Luftdichtheit des Gebäudes getroffen werden. Welche Standards durch den Bauherrn/Auftraggeber (bauseits) sicherzustellen sind, lesen Sie in unserem PDF nach.

 

Leistungsabgrenzung

Gemäß DIN EN 13829 muss bei der Luftdichtheitsprüfung das Differenzdruckverfahren durchgeführt werden. Zusätzlich ist die Erstellung eines Messdatenprotokolls sowie eine qualitative Leckageortung mit Erstellung eines schriftlichen Berichtes notwendig. Bestimmte Ausführungsfehler/Baumängel können dank des Verfahrens der Luftdurchlässigkeitsmessung erkannt werden. Andere (evtl. verdeckte) Mängel sind dennoch nicht auszuschließen. Mehrere Luftdichtheitsprüfungen und die Erstellung mehrerer Protokolle/Berichte für verschiedene Teile des Bauvorhabens sind gesondert zu beauftragen und zu vergüten. Eine objektive bzw. energetische Bewertung des allgemein baulichen Gebäudezustands ist im Messdatenprotokoll und im Bericht nicht enthalten. Eine monetäre Bewertung zu den vorgefundenen Leckagen und zu sonstigen Ausführungsfehlern der Bauarbeiten, auch hinsichtlich deren fachgerechten Beseitigung sind ebenfalls nicht im schriftlichen Bericht enthalten. Die Luftdichtheitsprüfung und Leckageortung erfolgt vom Boden aus. Dabei dürfen keine Hilfsvorrichtungen, wie Leitern, Arbeitsbühnen oder Hubsteigern zuhilfe genomnmen werden. Das Verschieben von Baustellen- bzw. Gebäudeeinrichtungen ist dabei ebenfalls nicht gestattet. Der Auftraggeber und/oder ein verantwortlicher entscheidungsbefugter Vertreter (z.B. Bauleiter) müssen als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen.  Objektbereiche, die zur Durchführung der Luftdichtheitsprüfung und Leckageortung relevant sind, müssen unter Berücksichtigung der gültigen Rechtsvorschriften, DIN-Normen, Sicherheitsbestimmungen und Unfallverhütungsvorschriften für den DEKRA Sachverständigen frei zugänglich sein.

Pro Wohneinheit beträgt die Verweildauer des DEKRA Sachverständigen am Dienstleistungsort maximal eine Stunde. Für jede weitere Wohneinheit erhöht sich die Verweildauer um jeweils eine Stunde.

 

Mehr-/Sonderleistung

Gesondert zu beauftragen sind Mehr- oder Sonderleistungen. Diese werden nach tatsächlichem Zeitaufwand mit einem Stunden- oder Tagessatz abgerechnet. Nebenkosten und eventuelle Kosten für die An- und Abfahrt des Sachverständigen werden mit einer Nebenkostenpauschale abgerechnet. Informationen zu Preisen entnehmen Sie bitte der aktuellen Honorartabelle für Immobilienprüfung. Für folgende optionale Dienstleistungen sind ggf. separate Vor-Ort-Begehungen erforderlich:

  • Gebäude-Thermographie
  • Das Erstellen und Prüfen von EnEV-Nachweisen/Energieausweisen
  • Eine Immobilienprüfung – baubegleitend
  • Schadensanalysen, Messungen sowie sonstige Ermittlungen zur Mängel- und Schadensursache
  • Umwelttechnische Analysen zur Einstufung anfallender schadstoffhaltiger Materialien bzw. für deren ordnungsgemäße Entsorgung, z.B. bei Sanierungsarbeiten
  • Bau- und raumakustische Messungen

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